Die aktuelle Situation der Freiwilligen in Zeiten des Covid-19-Virus‘: Dieses Jahr ist für viele Freiwillige, die ein Jahr im Ausland geplant hatten, ein Jahr des Wartens und voller Ungewissheit. Nicht nur für die Freiwilligen von PlayHandball ist die Ausreise auf bislang unbestimmte Zeit verschoben und generell herrscht eine große Ungewissheit, ob, wann und in welcher Form es losgehen kann.

Seit Ende April sind keine Freiwilligen mehr im Land, weder in Kenia, noch in Südafrika. Aufgrund des weltweit aktuellen Covid-19-Virus‘ wurden die damals vor Ort gewesenen PlayHandball-Freiwilligen mit der Rückholaktion der Bundesregierung nach Deutschland geflogen. „Eigentlich wollten mich meine Eltern Mitte März besuchen kommen und wir wollten gemeinsam reisen. Am Tag ihres Abflugs haben sie sich aufgrund der Corona-Situation dagegen entschieden. Ein paar Stunden später habe ich erfahren, dass ich zurück nach Deutschland muss. Es war ziemlich schmerzhaft für mich. Ich wollte zwar meine Eltern wiedersehen, aber definitiv nicht unter diesen Umständen“, berichtet Laura, die plötzlich aus ihrem Gastland innerhalb von zwei Wochen ausreisen musste. Doch auch für die kommenden Freiwilligen, die eigentlich ihren Dienst Anfang September beginnen sollten, ist seitdem die Lage nicht einfach.

Vor ungefähr drei Monaten, als das Vorbereitungsseminar der in Deutschland sitzenden Entsendeorganisation Jugend im Ausland in digitaler Form stattfand, waren fünf Freiwillige dabei, die PlayHandball in Südafrika bzw. Kenia unterstützen wollten. Zu diesem Zeitpunkt war der Start des Internationalen Freiwilligendienstes „Weltwärts“ noch für September geplant. Doch aufgrund von Reiseeinschränkungen und Schutzmaßnahmen hat sich frühzeitig angedeutet, dass die Ausreise weiterhin verschoben werden muss.

Drei Monate später warten „nur“ noch zwei „Weltwärts“-Freiwillige auf den finalen Start ihres Freiwilligendienstes.

Dadurch, dass die Ausreise auch Anfang September noch nicht wirklich in Sicht war, haben sich innerhalb weniger Tage zwei von ihrem Vorhaben des Freiwilligendienstes in diesem Jahr verabschiedet. Tabea und Jonathan, die beide zwölf Monate in Südafrika für PlayHandball tätig sein wollten, haben sich für ein Studium entschieden. Beide hoffen jedoch, nach ihrem Studium den Freiwilligendienst ohne größere Probleme durchführen zu können. Und auch Lennart hat sich letztendlich aufgrund der großen Ungewissheit und Nichtplanbarkeit gegen eine Durchführung des Freiwilligendienstes in 2020 entschlossen.

Lam und Philipp, die zwei verbliebenen Freiwilligen, planen fest mit einer Durchführung des Freiwilligendienstes in diesem Jahr. „Ich habe so gesehen keinen Zeitdruck, da ich sowieso damit gerechnet habe, dieses Jahr im Ausland zu verbringen“, sagte Lam. Dennoch beschäftigt auch Sie die Ungewissheit in dieser Zeit schwer. „Es ist schwer, irgendwelche klaren Gedanken zu fassen, wie es nun weitergeht und es stellen sich extrem viele Fragen. Wann geht es los? Wie geht es denen vor Ort? Und vor allem, ist es in solchen Zeiten überhaupt noch sinnvoll, einen Freiwilligendienst zu starten?“, beschäftigt sich Philipp mit seinem geplanten Volunteer-Einsatz.

Seit mehreren Wochen haben die Freiwilligen nun engeren Kontakt mit dem PlayHandball-Team in Südafrika. Sie nehmen an regelmäßigen Online-Meetings teil und lernen das Team in Südafrika kennen. In den Meetings geht es darum zu erfahren, wie es jedem derzeit geht, wie die aktuelle Situation ist und wie man diese am besten in den nächsten Monaten vor möglicher Ausreise gestalten kann. Lam und Philipp haben beschlossen, schon vor ihrem eigentlichen Freiwilligendienst im Ausland PlayHandball von Deutschland aus zu unterstützen. Dies hilft nicht nur PlayHandball, sondern ermöglicht den Freiwilligen bereits aus Deutschland aktiv zu werden, sowie die Organisation und ihre Projekte kennen zu lernen. Lam ist als Online Communication & Crowdfunding Assistance aktiv und befasst sich insbesondere mit der Homepage, um diese zu verbessern und auf dem aktuellen Stand zu halten. Philipp wird als Social Media Manager tätig sein und sich verstärkt um die Instagram-Seite play.handball kümmern.

„Die Übernahme von Aufgaben und der enge Kontakt mit Nicola schon von Deutschland aus ist eine gute Variante, die Zeit bis zur möglichen Ausreise zu überbrücken, sozial tätig zu sein und PlayHandball trotz der aktuellen Situation zu unterstützen.“, erzählt Philipp. Ob und wann eine Ausreise möglich ist, hängt von den Entscheidungen der Regierungen und auch des Internationalen Freiwilligendienstes „Weltwärts“ ab. In Südafrika sind die Corona-Maßnahmen aktuell mehr gelockert und die Fallzahlen sind rückläufig, wohingegen in Deutschland die zweite Infektionswelle gestartet ist. Daher ist weiterhin ungewiss, wann und ob eine Aus-/Einreise möglich ist. „Die Freiwilligen werden gebraucht. Und wir hoffen stark, dass Lam und Philipp Ende Januar einreisen können.“, erklärt Nicola (Direktorin der Organisation in Südafrika). „Leider sind viele Freiwillige verständlicherweise abgesprungen, trotzdem hoffe ich, dass wir im nächsten Jahr wieder mehr Handballer aus anderen Ländern in unseren Projekten begrüßen können“. Die Freiwilligen unterstützen maßgeblich die Partnerorganisation und Schulen von PlayHandball. Sie helfen bei der Durchführung von Sportprogrammen an Schulen und im Nachmittagsbereich, teilen ihre Erfahrungen mit lokalen Trainern und lernen selber auch vieles Neues in ihrem Gastland.

Bewerbt Euch für einen Freiwilligendienst ab Start Ende Januar: www.play-handball.org/volunteer oder informiert Euch über das vom Bund geförderte Weltwärts-Programm bei unserem Partner Jugend-im-Ausland (www.jugend-im-ausland.de).

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